Kirche und ehemaliges Franziskanerkloster St. Anton im Pinzgau

 

Geschichte:

Fürsterzbischof Leopold von Firmian (berüchtigt durch sein Dekret, das alle Protestanten, die sich nicht zum katholischen Glauben bekehrten, zur Auswanderung zwang) hatte 1735 den Beschluss gefasst, „Bekehrungsstationen“ zu errichten und er wollte in den unteren Pinzgau als „Bußprediger“ die Franziskaner holen. Schließlich wurde Hundsdorf als Standort des Missionsklösterchens vorgesehen. Das Traunergut wurde den Franziskanern übergeben. Baumeister Sebastian Stumpfegger und Pater Benedikt Paur O.F.M. planten gemeinsam Kirche und Kloster. Der Bau der Kirche begann im Jahre 1737. Am 17. September 1741 erfolgte die feierliche Konsekration (Weihe der Klosterkirche) durch den Bischof von Lavant, Joseph Oswald Graf Attems.

 

Die Klosterkirche ist dem großem Wundertäter und Prediger, dem hl. Antonius von Padua geweiht.
Bis zum Anfang des 21. Jhdt. wurde die Kirche von den Franziskanerbrüdern betreut. Sie war auch eine besondere Beichtkirche, was die Vielzahl der Beichtstühle noch bezeugt.
Ursprünglich gingen die Franziskaner von Haus zu Haus, um die Zweifelnden im katholischen Glauben zu bestärken. Später war ihre Kirche ein spiritueller Bezugspunkt und sie waren auch alle Zeit bereit zu Seelsorgsaushilfen in der Pfarre Bruck und in den Nachbargemeinden. Jetzt ist der Brucker Pfarrer zugleich Kirchenrektor von St. Anton.

Ein besonders einschneidendes Ereignis war der Kirchenbrand am 30. April 1993. Der Dachstuhl brannte ab, ausgelöst durch Schweißarbeiten. Durch das Löschwasser entstanden große Schäden im Kirchenraum. Die Altarbilder konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Der Schaden belief sich auf 10 Millionen Schilling. Am 26. Oktober 1994 wurde die Kirche vom Hwst. Herrn Alterzbischof Karl Berg, der viele Jahre einen Teil seiner Sommerferien in St. Anton verbracht hat, wieder eingeweiht. Kirche und Kloster befinden sich heute im Eigentum der Caritasm die hier das Caritas - Dorf St. Anton betreibt, eine Einrichtung für Menschen mit Behingerung.
Das Fest des hl. Antonius (13. Juni) wird jährlich als Patronats- und Dorffest mit festlichem Gottesdienst und gemütlichem Fest begangen.

 

Klosterkirche:

Der Bau der Kirche zeigt die typische Form einer Bettelordenskirche. Sie besitzt nur einen Dachreiter mit zwei kleinen Glocken, die auch heute noch von Hand geläutet werden.
Die schöne Barockkirche ist 30 m lang, 11 m breit, das Langhaus ist 9 m hoch. Das Langhaus ist als flachbogige Tonne mit vier Jochen mit Stichkappen ausgeführt. An den Wänden treten schmückende Pilaster hervor, die von Kapitellen gekrönt sind. Der Chor (Altarraum) springt gegenüber dem Langhaus etwas ein, ist aber gleich hoch, mit zwei ganzen und zwei halben Jochen. Im Norden besitzt er zwei segmentbogige Fenster, im Süden nur eines. Im Westen befindet sich die Empore, die auf Holzsäulen ruht. Die Empore trägt die Orgel aus dem 19. Jhdt., sowie die ehemaligen Chorstallen der Franziskaner.

 

 

Hochaltar:

Vom Salzburger Hofmaler Jacob Zanusi (1679 – 1742) befindet sich am Hochaltar das Oberbild der Hlst. Dreifaltigkeit und das Bild des hl. Antonius, der seine Hände zum Jesuskind ausstreckt.
Die beiden großen Figuren stellen zwei Franziskanerheilige dar: hl Bernhardin von Siena und hl Petrus von Alkantara. An der Vorderseite des Altartisches sieht man das eucharistische Eselswunder des hl. Antonius (der Esel bekam drei Tage kein Futter, nach drei Tagen gab man ihm Heu; da kam der hl. Antonius mit dem Allerheiligsten Altarssakrament, und der Esel kniete sich zur Anbetung nieder, ohne sein Futter zu beachten).
Der Drehtabernakel in der Mitte des Altares ist barocken Ursprungs. Hier wird Jesus, der Herr, der in den konsekrierten Hostien gegenwärtig ist, aufbewahrt. Die anbetenden Engel rechts und links vom Tabernakel stammen aus Tirol und wurden um 1865 geschnitzt.

 


Linker Seitenaltar:

Das Oberbild  zeigt den hl. Schutzengel mit einem Kind, und die Vorderseite des Altartisches bildet die Begegnung der Gottesmutter Maria mit ihrer hochschwangeren Base Elisabeth  ab (Mariae Heimsuchung). Beide Bilder stammen aus dem 18 Jhdt. Das Hauptbild ist der Verkündigung des Herrn an die Jungfrau Maria durch den Erzengel Gabriel gewidmet (Maler Johann Hueber um 1855).

 

Rechter Seitenaltar:

Das Oberbild zeigt den Patron des Bußsakramentes, den hl. Priester und Märtyrer Johannes von Nepomuk (Maler: Jacob Zanusi).
Die Vorderseite des Altares berichtet vom Besuch des Papstes Nikolaus am Grab des hl. Franziskus. Das Hauptbild malte Johann Georg Kreuzer im Jahre 1766: Wir sehen die Gottesmutter, die dem
hl. Franziskus den Portiunkula-Ablass gewährt.

 

 

Übrige Ausstattung:

Die Kanzel ist der übrigen festen Einrichtung der Kirche in der barocken Art angepasst. Sie ist viereckig mit einer leicht geschwungenen Brüstung. Sie hat in Voluten auslaufende Eckpilaster und einen schön verzierten Schalldeckel, der auf seinem Postament die Tafeln der zehn Gebote trägt.

 

An der Brüstung des Chores – unterhalb der Orgel - sehen wir das Martyrium der Franziskanermissionare in Japan.
Die große Statue des hl. Antonius war ursprünglich für die Pfarrkirche Bruck vorgesehen und wurde von Frau Antonia Thurner gespendet. Sie ist vom Meister Adelhart aus Hallein geschnitzt worden.
An der Ostseite der Kirche, unterhalb des Altarraumes, befindet sich die Gruft der ehemaligen Franziskanermönche.

Berühmt war und ist seit wenigen Jahren wieder die große Krippe, die ab dem Beginn des Advents bis zu Mariae Lichtmess in verschiedenen Szenen die Geburtsgeschichte Jesu zeigt. Der größte Teil der Figuren ist noch aus dem 18. Jhdt. und wurde vom Franziskanerbruder Benignus Vögele geschaffen. Die Kleider sind zum Teil erneuert.
Der Brucker Krippenbauverein hat vor wenigen Jahren die neuen Krippenhäuser für diese reiche Krippe geschaffen.

Die Kirche St. Anton ist täglich zwischen 8 und 16 Uhr geöffnet.

 

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